Luca Franzoi, Physiotherapeut im RehaFit und Teil des medizinischen Stabes der Profimannschaft, erklärt weshalb es nach einer Verletzung sinnvoll ist, im Rehabilitationsbecken zu arbeiten.

Das Rehabilitationsbecken ist eine der großen Besonderheiten des RehaFit, dem Physiotherapie- und Rehabilitationszentrum im FCS Center. Das maßgeschneiderte Becken wird vorwiegend für Übungen zur Körperhaltung, sowie zur Genesung von Muskel-, Gelenk- und Sehnenverletzungen verwendet. Auch für Athleten, die einen chirurgischen Eingriff hinter sich haben, ist das Rehabilitationsbecken von großem Nutzen. Dank spezieller Geräte wie Tapis Roulants, eine Cyclettes oder verschiedenen Trampolins, erstreckt sich der Nutzen eines Rehabilitationsbecken auf eine Vielzahl von Verletzungen.

Welche die großen Vorteile einer Rehabilitation im Wasser sind, erklärt uns im Detail Luca Franzoi, Physiotherapeut im RehaFit und Verantwortlicher der Genesung von Verletzung in der FCS-Profimannschaft. Der junge Trientner erläutert, dass im Fall von Sportverletzungen die physischen Eigenschaften des Wassers als therapeutisches Mittel eingesetzt werden. Durch den Schub von unten nach oben verliert der Körper im Wasser bis zu 90% seines Eigengewichts, was dazu führt, dass bereits kurze Zeit nach der Verletzung Rehabilitationsübungen ausgeführt werden können. Zudem fördert der Wasserdruck die effiziente Blutzirkulation. Durch die Viskosität, sprich des stärkeren Widerstands im Wasser, eignet sich das Rehabilitationsbecken auch zur Ausführung von Ausdauerübungen. Darin durchgeführte Behandlungen erlauben eine absolut sichere Vorgehensweise zur Wiedererlangung der gewohnten Schnelligkeit, Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Koordination. Die im Wasser ausgeführten Bewegungen fungieren gleichzeitig als Hautmassage, was die Venenfunktion steigert.

Luca, welche sind somit die direkten Vorteile eines Rehabilitationsprogrammes im Becken?

„Einer der großen Pluspunkte ist sicherlich, dass man auch nach schweren Verletzungen schon früh mit der Rehabilitation beginnen kann. So ist auch nach einem Kreuzbandriss oder einer Bänderdehnung möglich, bereits nach kurzer Zeit mit einer gewissen Intensität zu arbeiten. Das Wasser nimmt den Gewichten Druck ab und erlaubt dem Körper natürliche Geh- und Laufbewegungen zu absolvieren. Bei normaler Schwerkraft wäre der Körper nach einer schweren Verletzung noch nicht dazu bereit. Zudem hat das Wasser dränierende Effekte, fungiert als Hautmassage und stimuliert die Resorption von Schwellungen. Was die Kräftezurückerlangung nach einem Training anbelangt, dient das Wasser als Muskelmassage und hilft beim Abbau von Restsubstanzen, die bei der Anspannung der Muskeln entstehen.“

An wen ist die Therapie im Rehabilitationsbecken gerichtet?

„An all diejenige, die einen chirurgischen Eingriff hinter sich haben oder nach einer Verletzung die Rehabilitation frühzeitig wieder aufnehmen wollen bzw. müssen. Das gilt auch für Athleten, die noch zum Gehen mit Krücken verpflichtet sind. Im Wasser können sie trotzdem bereits eine Vielzahl von Aktivitäten ausüben.“

Kannst du uns einige konkrete Beispiele nennen, wann man zu einer Rehabilitation im Wasser rät?

„Hauptsächlich bei schweren Verletzungen. Bei einer leichten Zerrung am Quadrizeps kann nämlich auch direkt im Kraftraum mit der Reha beginnen. Wenn man jedoch eine Meniskusverletzung erleidet und auf die Krücken angewiesen ist, wird hingegen sowohl auf der Liege als auch im Rehabilitationsbecken gearbeitet. Im Wasser hat man nämlich keine Angst das Knie zu bewegen und es zu belasten. Auch bei Dehnungen des Fußgelenkes und Schulterverletzungen haben wir im Wasser positive Erfahrungen gemacht.“

Wie wird bei der Rehabilitation im Wasser vorgegangen?

„Die Übungen unterscheiden sich eigentlich nicht all zu sehr von denen im Kraftraum. Die Differenzen liegen hauptsächlich in der höheren Reibung und dem geringeren Gewicht. So kann man z.B. bei einer Knöchelverletzung nicht sofort in den Kraftraum, kann jedoch auf dem Tapis Roulant im Wasser laufen.“